Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

Kurzdarstellung des Verbands

Was ist der Evangelische Kirchenverband Köln und Region?

In der Rheinischen Kirche haben sich einige, an sich selbstständige Kirchenkreise in enger Nachbarschaft zu "Kreiskirchenverbänden" und "(Stadt-)Kirchenverbänden" zusammengeschlossen. Die Idee dahinter ist einleuchtend: Die Zusammenlegung zentraler Aufgaben (wie etwa das Meldewesen, die Besoldung der Mitarbeiterschaft oder die Pressearbeit) und eine gemeinsame Vertretung nach außen - das macht Sinn, spart Kosten und bringt mehr "Gewicht" in Öffentlichkeit und Politik.

Eine Demokratie "für sich": der Evangelische Kirchenverband Köln und Region

Im "Evangelischen Kirchenverband Köln und Region" haben sich 1964 die vier evangelischen Kirchenkreise Köln-Süd, Köln-Nord, Köln-Mitte und Köln-Rechtsrheinisch zusammengeschlossen. Dazu gehören die Städte Bedburg, Bergheim, Bergisch Gladbach, Brühl, Elsdorf, Erftstadt, Frechen, Hürth, Kerpen, Köln, Kürten, Lindlar, Odenthal, Pulheim, Rösrath und Wesseling. Mitte 2006 zählt der Verband 299.249 Gemeindeglieder, die in derzeit 58 Kirchengemeinden mit 152 Bezirken zuhause sind. Das klingt kompliziert - und das ist es auch. Mehr noch, wir sind im Rheinland - aber nicht katholisch, was heißt: Im Gegensatz zum Erzbistum ist der Evangelische Kirchenverband Köln und Region nach einem "basis-demokratischen" Prinzip organisiert, der "presbyterial-synodalen" Ordnung. Und die muss man erstmal verstehen: Versuchen wir's!

Die Leitung der Gemeinde
Alle acht Jahre wählen die 58 Kirchengemeinden des Verbandes ihr Leitungsgremium - das Presbyterium, den sogenannten Rat der "Ältesten". Doch "alt" ist ein Mitglied des Presbyteriums hier schon mit 16 Jahren - denn ab dann sind junge Frauen und Männer schon wählbar in die Leitung einer Gemeinde. Das kommt allerdings (noch) selten vor, der Altersdurchschnitt in rheinischen Presbyterien liegt (ebenfalls noch) bei etwa 55 Jahren. Übrigens: Theologinnen und Theologen dürfen im Presbyterium nie die Mehrheit haben - dieser Grundsatz gilt in der evangelischen Kirche für alle Leitungsebenen! Das Presbyterium entscheidet über die Finanzen und die Nutzung der Kirche, stellt Personal ein, organisiert Veranstaltungen, gibt Publikationen heraus und vieles mehr: Im Grunde handelt ein Presbyterium - einmal wirtschaftlich betrachtet - wie der Vorstand eines Unternehmens. Auch dieser Grundsatz gilt für alle folgenden Leitungsebenen.

Die Leitung des Kirchenkreises
Im "Parlament" des Kirchenkreises - das ist die "Kreissynode" - versammeln sich Delegierte aus den Gemeinden. Präsidium dieses Leitungsgremiums ist wiederum ein Vorstand - der sogenannte "Kreissynodalvorstand". Den Vorsitz hat die Superintendentin oder der Superintendent, der von der Kreissynode alle acht Jahre gewählt wird. Mehr Information über die Aufgaben der Kirchenkreise und ihrer Organisation hier. Die Kreissynode tagt mindestens einmal, manchmal auch zweimal im Jahr.

Die Leitung des Kirchenverbandes
Synode und höchste Leitungsversammlung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region ist die "Verbandsvertretung", in die Kirchenkreise und Gemeinden 144 Delegierte senden. Die Verbandsvertretung kann jedoch auch sachkundige Personen berufen, die kein Amt in der Kirche ausüben: Entscheidend für eine Berufung ist immer nur die "Befähigung zum Presbyter-Amt" - siehe oben. Wie die Kreissynode beschließt auch die Verbandsvertetung den Haushalt, den Stellenplan und trifft alle weiteren grundlegenden Entscheidungen demokratisch - wenn auch nicht im "klassischen" Sinne: Nach "Presbyterial-synodaler Ordnung" bemühen sich auf jeder Ebene der Kirchenleitung die gewählten Vertreterinnen und Vertreter um "Einmütigkeit" - und das ist mehr als nur "Mehrheit". Die Verbandsvertretung wählt (alle acht Jahre) den Stadtsuperintendenten, der den Vorsitz hat. Präsidium der Verbandsvertretung ist der Vorstand, dem zwischen den Tagungen der Verbandsvertetung - in der Regel einmal im Frühjahr und einmal im Herbst eines Jahres - die Leitung des Kirchenverbandes von der Verbandsvertretung übertragen wird.

Wie arbeitet der Vorstand?

Im Prinzip funktioniert die Kirchenleitung durch den Vorstand wie auf allen anderen Ebenen, die schon beschrieben wurden. Der Vorstand empfiehlt der Verbandsvertretung Beschlüsse, fixiert die Tagesordnung ihrer Versammlungen und steht für die kirchenpolitische Ausrichtung der evangelischen Kirche in Köln und Umgebung. Er führt, mit Hilfe der Verwaltung, die Geschäfte des Verbandes und agiert in Ausschüssen und Arbeitskreisen. Interessant ist die Zusammensetzung des Gremiums. Von den 18 Mitgliedern stellen die sechs Theologinnen und Theologen wieder nur die (deutliche) Minderheit, die 12 anderen Mitglieder des Vorstandes sind "Laien" - allerdings nur in Bezug auf das Pfarramt! In den Vorstand entsenden die vier Kirchenkreise insgesamt je vier Personen - nur der Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinische stellt fünf Mitglieder, weil er der geographisch größte und der Kirchenkreis mit den meisten Mitgliedern ist. "Geborene" Mitglieder des Vorstandes sind unter den Geistlichen "der Zwölf" immer die Superintendent/innen. Dazu kommt noch eine Pfarrerin oder ein Pfarrer des Verbandes. Den Vorsitz des Vorstandes führt der Stadtsuperintendent (oder die Stadtsuperintendentin).