Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

Rolf Domning: Mit Luther unter den Narren

„Vergnügt, erlöst, befreit“ im Düsseldorfer Rosenmontagszug

24.02.2017

Präses, Düsseldorfs Superintendentin und Kölns Stadtsuperintendent fahren „vergnügt, erlöst, befreit, evangelisch“ im Düsseldorfer Rosenmontagszug mit. 500. Reformationsjubiläum: Zu diesem Jahrtausend-Ereignis feiern auch zahlreiche rheinische Gemeinden vergnügt, erlöst, befreit. Dazu gibt es die Social-Media-Aktion #jeck500.

Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums gibt es einen eigenen Mottowagen - allerdings in Düsseldorf.
Karneval und Rosenmontagszug gehören zum Rheinland wie Martin Luther zur Reformation“, sagt der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski. „Da liegt es nahe, ganz im Sinne Luthers dem Volk nicht nur aufs Maul, sondern auch aufs Brauchtum zu schauen und dabei fröhlich zu präsentieren, warum wir Protestanten ,vergnügt, erlöst, befreit' sind, wie es im Motto der Evangelischen Kirche im Rheinland zum Jubiläumsjahr der Reformation heißt.“

Gummibär-Tütchen mit rheinischem Motto
Entsprechend mischen Protestantinnen und Protestanten im diesjährigen Straßenkarneval kräftig mit und feiern selbstbewusst und zugleich selbstironisch den Beginn der reformatorischen Umwälzungen vor 500 Jahren. Im Zentrum steht dabei naturgemäß der Reformator Martin Luther (1483-1546), der teils als überlebensgroße Figur im Rosenmontagszug mitfährt. Im gesamten Rheinland starten gut zwei Dutzend Kirchengemeinden mit zehntausenden Gummibär-Tütchen auf die Zug-Strecken, bedruckt mit dem rheinischen Motto zum Reformationsjubiläum „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“.

Facebook, Twitter und Co
Begleitet wird das Ganze von einer Social-Media-Aktion. Unter dem Hashtag #jeck500 verbreiten die Kirchengemeinden Fotos von ihren Karnevalseinsätzen auf Facebook, Twitter und Co. Die Fotos werden zusätzlich auf einer Social-Media-Wall zu sehen sein. Diese ist unter der Adresse walls.io/jeck500 zu erreichen.

Kölner im Sprachkurs
In Düsseldorf fährt die evangelische Kirche erstmals mit einem eigenen Wagen im Rosenmontagszug mit. Er ist in zwei Fußgruppen eingebettet und wurde vom wohl bekanntesten Wagenbau-Künstler in Deutschland, Jacques Tilly, gestaltet. Vom Wagen lassen Präses Manfred Rekowski und Düsseldorfs Superintendentin Henrike Tetz Kamelle aufs närrische Volk regnen. „Ich freue mich drauf, das wird toll“, sagt die Superintendentin, die Kölns Stadtsuperintendent Rolf Domning eingeladen hat, mitzufahren. Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region hatte sich vergeblich um einen eigenen Mottowagen im Kölner Rosenmontagszug bemüht.

Alaaf-Rufe im Helau-Land?
Notwendige „Sprachregelungen" seien bereits getroffen worden: „Ganz im Sinne des rheinischen Mottos zum Reformationsjubiläum 'Ich bin vergnügt, erlöst, befreit' sind gelegentliche Alaaf-Rufe durch den Stadtsuperintendenten als fröhlicher Ausdruck der Verständigung durchaus statthaft und keinesfalls als Provokation gemeint", stellte der Kirchenverband klar. Dass es mit einem eigenen Karnevalswagen nicht klappte, kommentierte Domning mit dem Ersten Artikel des Kölschen Grundgesetzes: „Et es wie et es..."

Reformationsjubiläum wird populär
Mit seinem Entwurf wolle er das Reformationsjubiläum populär machen, sagte Jacques Tilly bei der Vorstellung des Wagens im ehemaligen Bahndepot in Düsseldorf-Bilk. Das Luther-Porträt, wie die Wagenbauer es realisiert haben, findet Tilly „sehr schön - das dürfen wir nicht wegwerfen“. Eingerahmt wird der Düsseldorfer Wagen von zwei Fußgruppen: Vorneweg gehen 60 Diakonieengel, hinterher folgen 80 kirchliche Mitarbeitende. Der Wagen wird als 15. in den Karnevalszug eingereiht - ein Platz weit vorn mit Chance auf Aufnahmen im Fernsehen. Die Evangelischen sind dem Comitee Düsseldorfer Carneval außerordentlich dankbar, dass ihnen so viel ermöglicht wurde.



Text: Neu/Knap/epd
Foto(s): Sergej Lepke