Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

60 Jahre Evangelische Familienbildungsstätte

Von der „Mütterschule“ zum modernen Weiterbildungsunternehmen

03.03.2017

Seit der Gründung der Evangelischen Familienbildungsstätte Köln (fbs) vor 60 Jahren ist viel passiert. Heute präsentiert sich die fbs als hochmodernes Weiterbildungsunternehmen mit einem weitverzweigten Netzwerk. Mit jährlich 7.000 Besuchern und über 600 Kursangeboten ist sie zu einer offenen Begegnungsstätte für Jung und Alt geworden.

Die Doppelspitze der Evangelischen Familienbildungsstätte Köln: Sabine Marx (l.) und Sabine Steiniger-Bollmann (r.)
Die Themenspanne reicht von Geburtsvorbereitung, Eltern-Kind-Kursen, Kochen, Nähen und Design, Literatur und Musik über die Vermittlung von Elternkompetenzen und Fitnessangeboten bis hin zu konkreten Qualifizierungsmaßnahmen in den Bereichen Hauswirtschaft/Ernährung, Kindertagespflege und Erziehung.

Ort des lebenslangen Lernens
„Wir sind ein Ort des lebenslangen Lernens, an dem ein reichhaltiger Austausch stattfindet. Unsere Besucher sollen miteinander in Kontakt kommen und voneinander profitieren“, erklärt Leiterin Sabine Steiniger-Bollmann das Konzept der Evangelischen Familienbildungsstätte, die nicht nur in der Kölner Südstadt präsent ist. Die fbs bietet in 38 Kirchengemeinden sowie in 30 Familienzentren in und um Köln Angebote für alle Altersgruppen an.

Angebote für Familien und Geflüchtete
Die Familienbildungsstätte ist auch Trägerin des Projektes „KiWi – KinderWillkommen“. Ehrenamtliche bieten allen Kölner Eltern mit ihren Neugeborenen einen Besuch an und stellen eine Mappe mit Informationen rund um das Thema „Familie und Beratungsangebote“ zur Verfügung. Das Angebot ist freiwillig. Darüber hinaus steht die Einrichtung in Kontakt mit verschiedenen Flüchtlingsunterkünften. „Diese Menschen sind eine Bereicherung für uns. Unabhängig von der Sprachbarriere wissen wir um das Potenzial der Leute, mit denen wir beispielsweise syrische oder afghanische Kochabende ausrichten“, berichtet Sabine Marx, die mit ihrer Kollegin die Geschäftsführung inne hat.

Ein großes Team und viele Unterstützer
Um Kölner Familien zu unterstützen, arbeitet in der Evangelischen Familienbildungsstätte Köln ein engagiertes Team, bestehend aus acht festen pädagogischen Mitarbeitenden, Verwaltungskräften, einer Hauswirtschafterin und ca. 160 freiberuflich tätigen Kursleitenden. Viel Unterstützung erfährt die Bildungseinrichtung durch Verbände und Projektpartner wie die Stadt Köln, die RheinEnergie Stiftung Familie, den Landschaftsverband Rheinland und das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland. Auch Unternehmen, wie das Karstadt-Warenhaus Köln, unterstützen bestimmte Projekte der fbs nachhaltig.

Ein Bild aus den Anfängen der FBS in den 50er Jahren: Pflegekurs für Mütter mit Babys

Auch in Zukunft für Familien da sein können
Für die kommenden Jahre wünschen sich Sabine Steiniger-Bollmann und Sabine Marx vor allem Beständigkeit. „Wir wollen weiterhin für Familien erreichbar sein und die Hilfe zur Selbsthilfe anstoßen. Einen besonderen Fokus möchten wir auf Bereiche wie Medien und Gesundheit legen“, verrät Diplom-Sportlehrerin Steiniger-Bollmann. Dabei sei die verstärkte langfristige Ausrichtung auch eine politische Frage: „Es gibt immer mehr Aufgaben, doch die finanzielle Förderung ist noch auf dem Stand von 1993 eingefroren."

Das Image der „Mütterschule aus den 50er Jahren“ abstreifen
Vor allem wünschen sich die Leiterinnen, das Image der „Mütterschule“ aus der Nachkriegszeit ein für alle Mal abzulegen. „Das sind wir nicht. Im Gegenteil, die Familienbildungsstätte hat sich im Laufe der Zeit sehr modernisiert“, so Steiniger-Bollmann. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts war die Evangelische Familienbildungsstätte zunächst in der Herwarthstraße angesiedelt und brachte jungen Müttern unter anderem bei, wie sie ihre Babys richtig baden sollten. „Von außen sieht man vielleicht nicht direkt, was wir alles machen, aber die Gesellschaft würde sehr bald merken, wenn wir diese Angebote nicht aufrecht erhalten würden“, unterstreicht Sabine Marx den Stellenwert der Institution. Ein Blick in das vielfältige Programm der fbs belegt genau das.

Jubiläumsfeierlichkeiten im März und September 2017
Die Evangelische Familienbildungsstätte Köln feiert ihr 60-jähriges Bestehen am Freitag, 17. März, 11 Uhr, in der Kartäuserkirche mit einem Festgottesdienst. Auf dem anschließenden Empfang im Haus der Evangelischen Kirche überbringen Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, Stadtsuperintendent Rolf Domning, Kirchenrat Stefan Drubel, Diakonie RWL-Geschäftsführerin Corinna Sühlsen und der Vorstandsvorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Evangelischer Familienbildungsstätten im Rheinland, Curt Schulz, ihre Grußworte an die Jubilarin. Ein buntes Familienfest auf dem Areal am Kartäuserwall findet am Samstag, 23. September, statt.

Weitere Informationen und das Jahresprogramm der fbs finden Sie unter diesem Link.
Telefonische Auskünfte erteilen die Mitarbeitenden unter Telefon 0221/4744550.



Text: Thomas Dahl
Foto(s): Thomas Dahl/fbs