Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

50 Jahre Zeltkirche in Kippekausen

Der Festgottesdienst ist der Höhepunkt des Jubiläums

06.03.2017

Wie ein Zelt wirkt sie mit ihrem grünen Kupferdach von außen: In ihrem Innern versammelt sie seit 50 Jahren Christen unter diesem weiten, schützenden Dach. Zum Gebet, zum Gottesdienst, zu Feierlichkeiten und zu Konzerten. Für die Menschen rund um den Refrather Stadtteil Kippekausen ist die Zeltkirche ein besonderer Ort.

Das Pfarrehepaar Birgit und Robert Dwornicki in der Zeltkirche Kippekausen. Am 19. März wird dort das 50-jährige Bestehen der architektonisch besonderen Kirche gefeiert.
„Wenn ich in dieser Kirche bin, spüre ich gleichzeitig Weite und Geborgenheit. Das schützende Dach schafft Raum für vielfältige Begegnungen“, schwärmt Pfarrerin Birgit Dwornicki. Seit 2003 hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Robert Dwornicki die Pfarrstelle an der Zeltkirche Kippekausen inne.

Die Zeltkirche steht unter Denkmalschutz
Tatsächlich zieht die Kirche den Besucher dank ihrer besonderen Architektur mit heruntergezogenem Dach und einer natürlichen Holzverschalung aus Baumstämmen unmittelbar in ihren Bann. Eine Atmosphäre der Geborgenheit entsteht in dem seit 2014 unter Denkmalschutz stehenden Gebäude durch die Anordnung der Holzbänke, gepolstert mit weinroten Sitzkissen, die Fußmatten auf dem Natursteinboden und die großen Fenster. Trotz des überhängenden Daches lassen sie viel Tageslicht ein und vermitteln Transparenz. Inmitten der Gemeinschaft der Gläubigen steht der Altar unter einem hölzernen Kreuz. Taufbecken und die unlängst sanierte Orgel nehmen ebenfalls einen zentralen Platz ein.

Viele Protestanten kamen in den 60er Jahren
Der Bau der Kirche wurde in den 1960er Jahren notwendig, da die Bevölkerung in Refrath nach dem zweiten Weltkrieg stark angestiegen war. Das bis dahin katholisch dominierte Refrath wurde um die Parksiedlung Kippekausen mit unmittelbarem Zugang zum Wald und zu zwei kleinen Seen erweitert. Den Namen Zeltkirche erhielt das evangelische Gotteshaus allerdings erst 2009, nachdem sie inoffiziell bereits viele Jahre lang so „getauft“ worden war. Wie sehr auch die Gemeinde die besondere Zeltform der Kirche zu schätzen weiß, zeigt sich im Namen des hauseigenen Chores. Das kleine Ensemble „Die ZeltSingers“ unterstützt seit vielen Jahren Familiengottesdienste, Gemeindefeste und besondere Anlässe mit einem Repertoire an geistlichen Liedern und adaptierter Popmusik.

Festschrift - gestern und heute
Wer heute, 50 Jahre nach dem ersten Spatenstich am 4. Oktober 1964 und der Einweihung der Kirche am 19. März 1967 etwas über die Kirche wissen möchte, nimmt sich am besten einige Stunden Zeit für die Lektüre der ausführlichen Festschrift. Für die Redaktion haben sich viele Menschen fast zwei Jahre lang intensiv mit ihrer Kirche beschäftigt, recherchiert, getextet und Fotos zusammengetragen. Und darin wurde – so darf man es getrost sagen – niemand vergessen. Nicht der Architekt Georg Rasch und die Gründer der Kirche, namentlich Pfarrer Horst Reinhardt und seine Frau, nicht das heutige Pfarrerehepaar Birgit und Robert Dwornicki und die vielen engagierten Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen, Presbyter, und auch nicht die großen und kleinen Gemeindeglieder.

Ein lebendiger Ort der Begegnung und des Glaubens
Alle zusammen machten aus der Zeltkirche in 50 Jahren einen lebendigen Ort der Begegnung, des Glaubens, des Trostes, der Freude. Vergessen wurden auch nicht die aktiven Begleiter des Gemeindelebens wie die Musiker, ob instrumental oder mit Gesang, die Stifter vieler Gaumenfreuden und die Mitglieder des Stiftungsrates, die unermüdlich im Dienste des Erhalts und der Zukunft der Kirche unterwegs sind. Die Aktiven rund um Kino und Kirche, Forum am Montag und den Männertreff „Adams Ecke“ finden hier ihren ebenso Platz wie das Büchereiteam und der Seniorenclub.
Das Jubiläum vereint derzeit die Gemeindeglieder und bindet sie in zahlreiche Aktivitäten ein. „Für viele Veranstaltungen im Festjahr haben Menschen aus der Gemeinde die Patenschaft übernommen“, freut sich Pfarrer Dwornicki.

50 Jahre Zeltkirche – 500 Jahre Reformation
Großes Interesse besteht auch an der thematischen Verzahnung des Jubiläumsjahres mit den Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum. Die Einsichten Luthers und die 500-jährige Geschichte der evangelischen Kirche stehen im Mittelpunkt einer Predigtreihe zu Luthers 95 Thesen. Im Anschluss an die Gastvorträge sind die Gemeindeglieder ausdrücklich eingeladen, sich kritisch mit der evangelischen Geschichte und den modernen Herausforderungen des „Evangelisch-seins“ auseinander zu setzen.

Festgottesdienst am 19. März 2017, 10.45 Uhr
Ein Segen für die Gemeinde ist, dass das 50-jährige Jubiläum auf einen Sonntag fällt. Denn so kann der Festgottesdienst auf den Tag genau gefeiert werden. „Dabei wird jeder Platz besetzt sein“, schätzt Pfarrer Dwornicki, denn bislang haben sich schon mehrere Hundert Menschen für den anschließenden Empfang angemeldet. Zeitgleich mit dem Jubiläum wird auch das 30-jährige Partnerschaftsjubiläum mit Gästen aus der Partnergemeinde Reichesdorf im rumänischen Siebenbürgen gefeiert. Für den krönenden Abschluss des Festwochenendes konnte die Gemeinde den international bekannten „Chorus Musicus Köln“ unter der Leitung von Christoph Spering und namhafte Musiker für ein Festkonzert um 18 Uhr gewinnen. Am Samstag, 18. März, findet übrigens ein großes Familienfest in und um die Zeltkirche statt. Beginn ist 14.30 Uhr.

„Unterwegs – gemeinsam im Glauben“
Das Jubiläumsjahr mit seinen vielen Veranstaltungen und dem Festakt, so das Pfarrerehepaar, diene dabei aber nicht allein dem Blick zurück. Vielmehr bekräftige es noch einmal das Gemeindemotto „Unterwegs – gemeinsam im Glauben“ und sei passend zur Botschaft des Zeltes: mobil bleiben für die Herausforderungen der Zukunft in einer christlich-ökumenischen Gemeinschaft mit moderner liturgischer Botschaft.

Weitere Informationen
Die Festschrift zum Jubiläum ist in der Zeltkirche erhältlich und online abrufbar unter www.kirche-bensberg.de
Dort finden sich auch alle Infos zum Veranstaltungskalender für das Jubiläumsjahr.

Termine vor und zum Festwochenende auf einen Blick:

Sonntag, 12. März, 18 Uhr, Auftakt - Orgelkonzert in der Zeltkirche mit Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner
Samstag, 18. März, ab 14.30 Uhr Familienfest an der Zeltkirche
Sonntag, 19. März, 10.45 Uhr, Festgottesdienst
Sonntag, 19. März, 18 Uhr, Klassisches Festkonzert mit dem Chorus Musicus Köln



Text: Anne Siebertz
Foto(s): Anne Siebertz