Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

Miriam Haseleu wurde in Nippes in ihr Pfarramt eingeführt

Der Neuanfang am Ostersonntag ist zugleich eine Rückkehr in eine vertraute Gemeinde

13.04.2015

Viele Gemeindeglieder dürften die junge Bonnerin, die nun ihren Dienst in der Kirchengemeinde Köln-Nippes antritt, bereits kennen: aus der Zeit ihres Vikariats, das sie von 2010 bis 2012 in der Lutherkirche absolvierte. Umso größer ist die Vorfreude bei Miriam Haseleu, nun hier ihre erste Pfarrstelle anzutreten: „Ich habe tausend Ideen im Kopf!“

Miriam Haseleu
Mit zwei Geschwistern aufgewachsen in Bonn-Beuel, begann Haseleus kirchliche Arbeit schon früh im ehrenamtlichen Bereich ihrer Heimatgemeinde. Sie studierte zunächst Theologie auf Lehramt, wechselte jedoch bald darauf zum Pfarramt, „weil dieser Beruf eine größere Vielfalt bietet“. Nach der Studienzeit in Bonn, Prag, Berlin und Wuppertal kehrte sie zum Vikariat ins Rheinland zurück und ist begeistert von der Nippeser Kulturkirche: „Es hat eine große Kraft, wenn Kirche sich Menschen gegenüber auf unterschiedliche Weise nahbar zeigt, und beeinflusst die Stimmung in der ganzen Gemeinde positiv.“

Pfarrerin für alle Generationen
Im anschließenden Probedienst in Köln-Zollstock engagierte sich die Pfarrerin beim Aufbau einer Kinderkirche, denn „wenn Kirche und Religion im Kindesalter bei den Menschen andocken können, ist das eine Ressource, auf die sie in späteren Lebenssituationen zurückkommen können“. Dennoch möchte sie sich nicht auf einen Schwerpunkt in der Arbeit mit Kindern festlegen, sondern fühlt sich für alle Generationen und Gruppen in der Gemeinde gleichermaßen zuständig. Gerade dieses vielschichtige Aufgabenfeld sei ihre Motivation: „Nippes ist eine junge Gemeinde, aber auch die Älteren will ich nicht vergessen, sondern von ihren wertvollen Erfahrungen lernen. Im besten Fall verknüpft sich das dann.“

Mit Vertrauen in die erste feste Stelle
In der Kirchengemeinde Köln-Nippes tritt Miriam Haseleu nun in Teilzeit ihre erste feste Stelle als Pfarrerin an – eine neue Situation, die sich aus der Gebundenheit der Pfarrerin an die Gemeinde und der Gemeinde an die Pfarrerin ergibt, wie es auch in der Einführungsliturgie am Sonntag geheißen hat. Diese Verbindlichkeit sei ein gutes Gefühl: „Ich weiß, hier sind Menschen, die mich hier haben wollen und ich will hier wirken. Das erfordert aber auch ein Einlassen aufeinander und ich bin dankbar für das Geschenk des Vertrauensvorschusses, den die Menschen mir entgegenbringen.“

Freude an der Teamarbeit
Die Menschen sind es, die für die neue Pastorin im Zentrum ihres Tuns stehen: Es ist ihr ein Anliegen, Kirche offen und niederschwellig zu gestalten, niemanden auszuschließen, alle willkommen zu heißen. „Ich habe Lust, Lücken zu füllen, neue Konzepte zu finden und auch die Menschen ernst zu nehmen, die nicht kommen! Ich arbeite gern vernetzend mit Menschen zusammen. Wenn viele hinter einer Sache stehen, dann hat das eine ganz andere Energie.“ Kraft für diese Aufgaben schöpft Haseleu auch aus einem Bibelvers in Römer 11,18: „Denn von ihm und durch ihn und zu ihm hin sind alle Dinge.“ Dieser sei derzeit ihr Vers, weil er uns Menschen von einem Perfektionsanspruch befreie. „Es ist ein minimalistischer Ansatz, aber es trägt mich total, dass ich Dinge an Gott abgeben kann und ganzheitlich angenommen bin. Das macht mich frei, Menschen anzunehmen, wie sie sind.“

Neubeginn am Ostermorgen
Am Ostersonntag war es dann soweit: Durch den Superintendenten des Kirchenkreises Köln-Mitte, Rolf Domning, wurde sie in die zweite Pfarrstelle der Gemeinde eingeführt und unterstützt von nun an Pfarrerin Bettina Kurbjeweit und Pfarrer Thomas Diederichs in ihrer Arbeit an der Lutherkirche. Während die Kollegen für die Liturgie zuständig waren, hielt sie die Predigt über Markus 16, 1-8. Die Stelle endet mit den Worten: „Und sie gingen hinaus und flohen vor dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich.“ Keine vielversprechenden Verse für einen Amtsantritt? Für die neue Nippeser Pfarrerin ist selbst das eine Herausforderung: „Es ist ein Impuls, auch das Schweigen ernst zu nehmen.“



Text: Kristina Pott
Foto(s): Privat

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